Aktuelle Nachrichten http://bw.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten. de Copyright Wed, 19 Feb 2020 15:09:25 +0100 Wed, 19 Feb 2020 15:09:25 +0100 TYPO3 Aktuelle Nachrichten http://bw.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg http://bw.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten. news-41649 Wed, 19 Feb 2020 10:55:45 +0100 Bildungsprogramm März - April 2020 http://bw.rosalux.de/news/id/41649/ Wir wünschen Ihnen eine interessante und anregende Lektüre unseres Bildungsprogramms März-April 2020 und würden uns freuen, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen. Wir wünschen Ihnen eine interessante und anregende Lektüre unseres Bildungsprogramms März-April 2020 und würden uns freuen, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

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news-41534 Thu, 23 Jan 2020 13:17:01 +0100 100 Jahre Kapp-Putsch - Reichsregierung im Exil in Stuttgart http://bw.rosalux.de/news/id/41534/ Veranstaltungsreihe anlässlich des Jahrestages des Kapp-Putschs, der am 13. März 1920 begann

100 Jahre Kapp-Putsch - Reichsregierung im Exil in Stuttgart

Am 13. März 2020 jährt sich der Putschversuch von Deutschnationalen, Generälen der Reichswehr und Freikorps gegen die im November 1918 geschaffene Republik, der heute als «Kapp-Putsch» bekannt ist. Obwohl der Putsch an den Rand des Bürgerkriegs führte und die Regierung zur Flucht nach Stuttgart zwang, konnte er nach wenigen Tagen niedergeschlagen werden. Der Kapp-Putsch und sein Jahrestag stehen exemplarisch als Warnung vor der Gefahr durch antidemokratische Kräfte. Zugleich erinnert seine Niederwerfung auch daran, wie ein geeintes Vorgehen der Arbeiterbewegung die Gefahr bannen konnte: Der größte Streik, den Deutschland je gesehen hat erstickte den Putsch nach 5 Tagen im Keim. Zugleich gilt es mahnend daran zu erinnern, dass bereits kurz nach der Beendigung des Putsches Reichsregierung zusammen mit den Truppen, die geputscht hatten die Verteidiger der Republik - wie z.B. die «Rote Ruhrarmee» - blutig niederschlugen und so die Arbeiterbewegung nachhaltig schwächten. Mit zwei historischen Stadtführungen und einer Lesung (an einem historischem Veranstaltungsort) wollen wir die Geschehnisse um den Kapp-Putsch ins Bewusstsein bringen und auch die Bezüge zu Stuttgart herausarbeiten.

Mo., 16. März 2020, 17:00 - 18:00 Uhr | Der Kapp-Putsch in Stuttgart
Stadtführung Mit Erhard Korn (Vorstitzender der RLS Ba-Wü)
Treffpunkt vor dem alten Bahnhofseingang (heute Metropol-Kino) in der Bolzstraße 10 Nähe Schlossplatz

Di., 24. März 2020, 18:30 - 19:30 Uhr | Der Kapp-Putsch in Stuttgart
Stadtführung Mit Erhard Korn (Vorstitzender der RLS Ba-Wü)
Treffpunkt vor dem alten Bahnhofseingang (heute Metropol-Kino) in der Bolzstraße 10 Nähe Schlossplatz

Vor dem «Kapp-Putsch“ floh die Reichsregierung Ebert-Noske am 15.3.1919 nach Stuttgart, wo im Kunstgebäude am Schlossplatz auch die Nationalversammlung tagen musste und Stuttgart zum «politischen Mittelpunkt Deutschlands» wurde. Während Einwohnerwehren, Bürgerpartei sowie die meisten Offiziere den Putsch unterstützten , verteidigte die Stuttgarter Gewerkschaften und Arbeiterparteien die Republik durch einen Generalstreik und bildeten einen «Arbeiterrat Groß-Stuttgart».

Erhard Korn ist Vositzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg.

Di., 24. März 2020, 20:00 bis 22:00 Uhr | Kapp-Putsch 1920 - Abwehrkämpfe - Rote Ruhrarmee
Lesung & Gespräch Mit Klaus Gietinger (Sozialwissenschaftler, Autor, Filmemacher)
Kino CINEMA, Königstraße 22, 70173 Stuttgart

Der Autor und Filmemacher Klaus Gietinger trägt aus seinem eben erschienenen Buch zum Kapp-Putsch vor. Dort zeichnet er die Geschichte des Umsturzversuchs nach und liefert bislang kaum bekannte Fakten und Hintergründe. Es ist ein fast vergessenes Kapitel deutscher Geschichte, das jedoch fast so wichtig erscheint, wie die Novemberrevolution 1918. Über die historische Rekonstruktion hinaus ordnet der Autos den Kapp-Putsch ein als «die letzte vergebene Chance, zu einer gesicherten Demokratie zu kommen, die eines nicht haben durfte, eine ihr feindlich gesinnte Armee und Verwaltung. Es war auch die letzte Chance der Arbeiterbewegung, zu ihrem Recht zu kommen.»

Klaus Gietinger ist Drehbuchautor, Filmregisseur und Sozialwissenschaftler. Er ist Autor zahlreicher Bücher. In seinem Buch «Eine Leiche im Landwehrkanal» brachte er wichtige Fakten zu den Hintergründen der Ermordung von Rosa Luxemburgs zutage.

Der Marquardtbau am Schlossplatz, der heute u.a. das CINEMA beherbergt, war früher das Hotel am alten Hauptbahnhof, in dem viele Mitglieder, der nach Stuttgart geflohenen Reichsregierung untergebracht waren. Zu Beginn der Veranstaltung wird Journalist und Stadtflaneur Joe Bauer kurz die Geschichte des Veranstaltungsortes darstellen.

Veranstaltung in Kooperation von
Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg
Die FrAKTION LINKE SÖS Piraten Tierschutz
DGB Stadtverband Stuttgart
Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften
Schmetterling Verlag

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news-41411 Wed, 22 Jan 2020 15:56:00 +0100 Bildungsprogramm Januar - Februar 2020 http://bw.rosalux.de/news/id/41411/ Wir wünschen Ihnen eine interessante und anregende Lektüre unseres Bildungsprogramms Januar-Februar 2020 und würden uns freuen, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen. Wir wünschen Ihnen eine interessante und anregende Lektüre unseres Bildungsprogramms Januar-Februar 2020 und würden uns freuen, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

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news-41517 Tue, 21 Jan 2020 07:03:07 +0100 Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale http://bw.rosalux.de/news/id/41517/ Bericht zur Eröffnung der Ausstellung der Rosa-Luxemburg-Stiftung zur Geschichte und Politik der Treuhand in Heidelberg Am 13. Januar 2020 wurde in der Aula der Pädagogischen Hochschule Heidelberg die Wanderausstellung «Schicksal Treuhand – Treuhand Schicksale» der Rosa-Luxemburg-Stiftung eröffnet.

Nach der musikalischen Einleitung durch das PH-A-Cappella Ensemble, die «PolyPHonics», ergriff Stephanie Wiese-Heß das Wort. Die Kanzlerin der Hochschule begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und Redner, die sie  kurz vorstellte. Zudem zeigte sie sich erfreut, die Wanderausstellung erstmals an einem Standort der «alten Bundesrepublik» präsentieren und so ein Forum für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven der deutschen Wiedervereinigung bieten zu können.

In Vertretung der kurzfristig erkrankten Vorstandsvorsitzenden der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dagmar Enkelmann, trat Alexander Schlager, Büroleiter des Regionalbüros Stuttgart und Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg, ans Mikrofon. Herr Schlager, der in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bettina Degner, Professorin für Geschichte und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule, die Ausstellung an die Hochschule brachte, bedankte sich zunächst bei den beteiligten Institutionen sowie allen übrigen Beteiligten. Schlager erläuterte dann das Ausstellungskonzept. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung habe sich bewusst dafür entschieden, in der Ausstellung ostdeutsche Lebensgeschichten zu erzählen, die durch die Politik der Treuhand mitbestimmt wurden – nicht, weil dies die einzige und «richtige» Sicht auf die Geschichte (und die Gegenwart) sei, sondern weil es eine Sicht sei, die medial und in der Öffentlichkeit oftmals zu wenig vorkomme. Die Ausstellung verfolge das Ziel, die Schicksale der Menschen in den Vordergrund zu rücken und die oftmals existentiellen Konsequenzen spürbar und nachempfindbar zu machen, die ein «schockartiger» und zu wenig sozial abgefederter Transformationsprozess von der sozialistischen Planwirtschaft in die kapitalistische Marktwirtschaft für sie hatte. Das Thema sei auch für ein Publikum in den «alten Bundesländern» der Bundesrepublik von Interesse, denn für ein gegenseitiges Verständnis und für die Überwindung der nach wie vor bestehenden Spaltung zwischen Ost und West in Mentalitäten, politischer Kultur und ökonomischer Entwicklung sei es wichtig, sich mit diesem Kapitel deutscher Geschichte und ihren Konsequenzen für die betroffenen Menschen zu beschäftigen. Das Thema, so Alexander Schlager, sei nicht zuletzt deswegen hochaktuell, weil der zwingend erforderliche sozial-ökologische Wandel durch die Dekarbonisierung der Wirtschaft und die radikale Veränderung individueller und kollektiver Mobilität zu weitreichenden Veränderungen in der Produktion und in der Lebensweise der Menschen führen werde, die weitreichende soziale, ökonomische, politische und kulturelle Folgen haben werden. Hier seien die Erfahrungen der Menschen, deren Arbeiten und Leben durch die Politik der Treuhand-Anstalt weitreichende Veränderungen erfahren habe, ein wichtiger Erfahrungsschatz. Und hier könnten und müssten aus den Fehlern der Vergangenheit Schlussfolgerungen für die Zukunft gezogen werden. Ohne die Einbeziehung der Beschäftigten und ihrer Vertreter*innen in den Betrieben, und in den Gewerkschaften, ohne starke politische Regulierungen und ohne eine soziale Gestaltung, so Schlager abschließend, könne dieser erforderliche Umbau der Produktions- und Lebensweise nicht gelingen. Ein altes Konzept der politischen und gewerkschaftlichen Linken, die Demokratisierung der Wirtschaft, gewinne hier eine ganz neue Aktualität.

Im Anschluss sprach Prof. Dr. Bettina Degner, Professorin für Geschichte und ihre Didaktik an der PH Heidelberg, über die Ausstellung im Kontext der Lehrer*innebildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Professorin Degner berichtete, dass die Idee, die Ausstellung nach Heidelberg zu holen, aus dem Verschränkungsmodul «30 Jahre Wiedervereinigung in Geschichtskultur und Unterricht» zwischen der Pädagogischen Hochschule und der Universität Heidelberg entstanden sei. Die Bedeutung der Ausstellung für das deutsche Erinnerungsbild, so Degner, sei enorm, denn gerade in den «alten Bundesländern» seien die Folgen des Transformationsprozesses bisher bestenfalls unterbeleuchtet geblieben. Dies liege zum Teil auch daran, dass wenig bis kaum persönliche Berührungspunkte zur Wiedervereinigung bestünden. Die Professorin verdeutlichte dies am Beispiel der Studierenden aus den von ihr und Prof. Dr. Cord Arendes geleiteten Übungen. Lediglich die Eltern einer Studierenden seien ehemalige Bürger der DDR und diese seien eher den «Wendegewinnern» zuzurechnen. Weiterhin kam die Historikerin auf die lange mäßige Bearbeitung der Thematik durch die Geschichtswissenschaft zu sprechen. Die Werke von Marcus Böick «Die Treuhand: Idee – Praxis – Erfahrung 1990-1994» aus dem Jahr 2018 und von Ilko-Sascha Kowalcuk «Die Übernahme: Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde» aus dem Jahr 2019 seien  aber wichtige aktuelle historische Arbeiten zur Materie. Degner zeigte sich indes optimistisch, mittels gemeinsamer Aufarbeitung besonders die «westdeutsche» Wahrnehmung zu sensibilisieren.

Nach Frau Degner war es an Prof. Dr. Cord Arendes, Lehrstuhlinhaber für Angewandte Geschichtswissenschaft – Public History an der Universität Heidelberg, zum Publikum zu sprechen. Arendes ging zunächst auf die Chancen der «Public History» ein, beispielsweise mittels Zeitzeugeninterviews individuelle Erfahrungen für die Geschichtswissenschaft nutzbar zu machen. Zudem berichtete er von seinen persönlichen Berührungspunkten mit der Tätigkeit der Treuhand, die während seines Studiums an der Freien Universität Berlin täglich in Zeitungen und Protesten spürbar gewesen seien. Professor Arendes, der sich mit Marcus Böick während dessen Dissertationstätigkeit zur Treuhand austauschen konnte, verdeutlichte zudem die Notwendigkeit einer verstärkten Behandlung der Thematik durch die Historiographie.

Den Abschluss unter den Rednern machte der Historiker und Zeitzeuge Bernd Gehrke. Er umriss dem Publikum den größeren historischen Rahmen der «Wiedervereinigung» und verwies auf die unterschiedlichen Perspektiven in Ost und West. Dabei machte er anhand zahlreicher Beispiele deutlich, inwieweit die persönlichen Schicksale von ehemaligen DDR-Bürgern und ihre Proteste gegen den Privatisierungsprozess durch die Treuhand von Politik und Medien ignoriert wurden. Gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten von unten seien, so Gehrke, leider größtenteils ungenutzt geblieben und durch die Politik von der Frage der Wiedervereinigung überlagert worden. Die Politik der Treuhand verglich Gehrke mit einer «Schocktherapie» für die DDR-/ostdeutsche Wirtschaft. Die politische Verantwortung für die  Privatisierungs- und Deindustrialisierungspolitik trage die Bundesregierung Helmut Kohls. Schließlich sei die Treuhandanstalt eine der Bundesregierung unterstellte Einrichtung und ihre Leitlinie «Privatisierung vor Sanierung» von der Bundesregierung formuliert gewesen. Die Abwicklung der DDR-Wirtschaft sei der Auftakt des neoliberalen Umbaus ganz Deutschlands gewesen. Vor allem aber versuchte der Redner deutlich zu machen, dass die Ostdeutschen nicht einfach nur Opfer der Treuhandpolitik gewesen waren, sondern vor allem auch Kämpfende gegen die Privatisierungspolitik. Dass dieser Kampf durch die Deindustrialisierung verloren wurde, ändere nichts daran, dass die Jahre zwischen 1990 und 1994 die größte soziale Protestwelle auf dem Gebiet der ehemaligen DDR seit den 1920er Jahren gesehen hätten.

Den musikalischen Ausklang der interessanten und nachdenklich machenden Ausstellungseröffnung bereiteten die «PolyPHonics». Im Anschluss waren alle Anwesenden herzlich eingeladen, die 50 Tafeln der Ausstellung «Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale» in Ruhe zu betrachten, das Glas zu erheben und miteinander über das Gehörte und das zu Sehende ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung wurde von einem Filmteam begleitet, das für die ARD eine Dokumentation erarbeitet zum Thema «Die Treuhand und der Westen». Diese wird voraussichtlich am 2. März abends in der ARD zu sehen sein.

Die Ausstellung kann noch bis zum 11.02.2020 am Standort Keplerstraße 87 der Pädagogischen Hochschule Heidelberg besichtigt werden (Öffnungszeiten: in der Vorlesungszeit 07:00-20:00 Uhr; samstags 09:00-17:00 Uhr; in der vorlesungsfreien Zeit: 07:00-18:00 Uhr).

Weitere Informationen zu der Ausstellung finden Sie unter
http://bw.rosalux.de/news/id/41327/schicksal-treuhand
https://www.rosalux.de/publikation/id/40866/schicksal-treuhand

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news-41327 Sat, 14 Dec 2019 19:01:00 +0100 Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale http://bw.rosalux.de/news/id/41327/ Eine Ausstellung der Rosa-Luxemburg-Stiftung zur Geschichte und Politik der Treuhand Eröffnung am 13. Januar, 18:00 Uhr, Aula der PH Heidelberg (Keplerstr. 87)
Lesung/Gespräch am 03. Februar, 18:00 Uhr, Aula der PH Heidelberg (Keplerstr. 87)
Ausstellungsort: Hauptgang im Erdgeschoß der PH Heidelberg (Keplerstr. 87)
Ausstellungszeit: 13. Januar bis 11. Februar - werktags von 07:00-20:00 Uhr

30 Jahre politische Wende in der DDR, die Grenzöffnung und die deutsche Vereinigung rufen viele Erinnerungen wach. Ein Kapitel beschäftigt die Menschen in Ost und West nach wie vor besonders stark: das Agieren der Treuhandanstalt. Die Perspektiven der Menschen in den «Neuen Bundesländern» auf das Agieren der Treuhandanstalt sind oftmals anders als der Blick der Menschen aus der ehemaligen BRD.  

Laut Gesetz sollte die Treuhand das ehemalige volkseigene Vermögen privatisieren und Arbeitsplätze sichern sowie neue schaffen. Die Realität stellte sich für die Menschen in den «Neuen Bundesländern» oftmals anders dar: Unzählige Betriebe wurden privatisiert oder liquidiert. Millionen Menschen wurden quasi über Nacht arbeitslos und hatten plötzlich Existenzangst. Individuelle Lebensleistungen, berufliche Qualifikationen aus 40 Jahren DDR und die Emanzipationserfahrungen der Jahre 1989/90 schienen nichts mehr wert. Viele haben das Agieren der Treuhand wie einen Schicksalsschlag empfunden, haben ihre Arbeitslosigkeit hingenommen. Wer sich gegen das vermeintliche Schicksal zur Wehr gesetzt, gegen die Betriebsschließung und für seinen Arbeitsplatz gekämpft hatte, sah sich oft damit konfrontiert, dass dieser Einsatz nicht dazu geführt hat, dass die Arbeitsplätze erhalten wurden.

Dieser Wahrnehmung steht eine andere gegenüber, wonach das Handeln der Treuhand ohne realistische Alternative war. Die Betriebsschließungen und die damit verbundenen Entlassungen seien notwendig gewesen, um die Voraussetzungen für eine produktivere Wirtschaftsstruktur zu schaffen, die im Ergebnis mittelfristig dazu geführt habe, das zukunftsfähige Arbeitsplätze und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft entstehen konnten. 30 Jahre nach dem Umbruch 1989/90 könnten sich, bei allen Schwierigkeiten und Härten des ökonomischen Strukturwandels, die Ergebnisse durchaus sehen lassen. Nicht nur die Geschichte der Jenoptik AG stehe für diesen erfolgreichen Wandel ökonomischer und betrieblicher Strukturen.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat sich bewusst dafür entschieden, in der von ihr konzipierten Wanderausstellung «Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale» ostdeutsche Lebensgeschichten zu erzählen, die durch die Politik der Treuhand mit-bestimmt wurden - nicht, weil dies die einzige «richtige» Sicht auf die Geschichte (und Gegenwart) ist, sondern weil es eine Sicht ist, die medial und in der Öffentlichkeit oftmals unterbelichtet ist. Die Ausstellung fragt anhand der Biografien von Menschen aus 13 ausgewählten Branchen und Betrieben: Welche Auswirkungen hatte das Handeln der Treuhand auf ihr Leben? Wie verarbeiteten sie die biografischen Brüche von Arbeitslosigkeit und der Entwertung ihrer beruflichen Erfahrungen? Wie gingen sie mit den als «Schocktherapie» empfundenen wirtschaftlichen Veränderungen um?

Das Begleitbuch zur Ausstellung «Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale» mit den Erzählungen der Zeitzeug*innen erscheint parallel zur Ausstellung und ist dort kostenlos erhältlich.

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Die Ausstellung wird gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg - Fachbereich Geschichte gezeigt.


Ausstellungseröffnung am 13. Januar 2020, 18:00 Uhr | Aula der PH Heidelberg (Keplerstr. 87)
Mit: Stefanie Wiese-Heß (Kanzlerin der PH Heidelberg), Prof. Dr. Bettina Degner (PH Heidelberg), Prof. Dr. Cord Arendes (Uni Heidelberg), Dr. Dagmar Enkelmann (Rosa-Luxemburg-Stiftung), Bernd Gehrke (Zeitzeuge, Historiker). Musik: PolyPHonics - A-Cappella-Ensemble der PH Heidelberg
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Lesung/Gespräch am 03. Februar 2020, 18:00 Uhr | Aula der PH Heidelberg (Keplerstr. 87)
Wolfgang Schorlau (Autor der Krimis um den Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler) liest aus seinem Treuhand-Krimi «Die blaue Liste» und spricht mit Hasso Düvel (1991-2004 Bezirksleiter der IG Metall für Berlin-Brandenburg-Sachsen) über Gehörtes, Überhörtes, Unerhörtes und Erstaunliches zum Wirken der Treuhand-Anstalt in den «Neuen Bundesländern».
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news-41372 Wed, 11 Dec 2019 09:17:29 +0100 Veranstaltungsreihe «Smart City – Smart Citizen?» http://bw.rosalux.de/news/id/41372/ Wie können wir als Bürgerinnen und Bürger Macht entfalten, um die negativen Folgen der Digitalisierung zu reduzieren, ohne dabei aber deren Potentiale für die Ausgestaltung einer aktiven Bürgergesellschaft zu negieren? Ist die Digitalisierung der Gesellschaft eine durch Globalisierung und Standortwettbewerb erzwungene technologische Innovation, an die wir uns als Bürgerinnen und Bürger schlichtweg anzupassen haben? Die zu neuen Spaltungen innerhalb unseres Gemeinwesens und insbesondere auch in der Arbeitswelt führt? Oder handelt es sich um eine soziale Innovation, die wir Bürger und Bürgerinnen unseren Zwecken und Interessen gemäß mit ausgestalten? Unübersehbar ist die anfängliche Euphorie bezüglich mehr Demokratie und Partizipation umgeschlagen in Ernüchterung: Fünf Konzerne beherrschen weltweit den Markt der Digitalisierung und gestalten ihn ihren Gewinninteressen entsprechend. Der privatwirtschaftlich erfolgende Ausbau der 5G-Funknetze verstärkt die Abhängigkeit politischer Institutionen von den Interessen der Wirtschaft. Die Möglichkeiten des Daten-Sammelns und deren wirtschaftlicher Verwertung haben weiter zugenommen, aber auch die Möglichkeiten der Überwachung der Bürger und Bürgerinnen. Schließlich sind die immensen ökologischen Kosten sowohl bezüglich der Produktion wie der Entsorgung digitaler Geräte offensichtlich geworden. Wie können wir als Bürgerinnen und Bürger Macht entfalten, um die negativen Folgen der Digitalisierung zu reduzieren, ohne dabei aber deren Potentiale für die Ausgestaltung einer aktiven Bürgergesellschaft zu negieren? Diese Fragen sollen in den Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe gestellt und gemeinsam diskutiert werden.

Eine Veranstaltungsreihe des Hannah-Arendt-Instituts für politische Gegenwartsfragen Stuttgart (HAIS), attac Schorndorf, die AnStifter Stuttgart und in Kooperation mit dem Württembergischen Kunstverein Stuttgart (WKV) und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg.

Die Veranstaltungen finden jeweils um 19:30 Uhr im Württembergischen Kunstrverein, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart statt.

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news-40753 Thu, 11 Jul 2019 17:12:00 +0200 Griechenland hat gewählt. http://bw.rosalux.de/news/id/40753/ Athanasios Marvakis (Universität Thessaloniki) mit einer Bilanz zu 4 ½ Jahren Syriza-Regierung und Perspektiven für die Zukunft Am 8. und 9. Juli, ein bzw. zwei Tage nach den griechischen Parlamentswahlen stellte der griechisch-schwäbische Professor Athanasios Marvakis bei zwei Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Stuttgart und Tübingen seine Sicht der Dinge dar. Wir danken Philippe Ressing (https://medienfresser.blogspot.com) für die Erlaubnis der Übernahme seines Berichtes zur Veranstaltung in Stuttgart sowie zur Widergabe seines Fotos.
 


«Schlappe für Tsipras – Konservative gewinnen Parlamentswahl» (WELT), «Deutliche Niederlage für Tsipras» (FAZ), «Linke Abgewählt"»(Focus), «Konservative Wende in Athen» (taz)

So titelten bundesdeutsche Zeitungen nach dem Wahlergebnis in Griechenland: «Die Berichterstattung in den deutschen Medien zur Wahl in Griechenland war nur peinlich», meint dazu der griechisch-schwäbische Professor Athanasios Marvakis. Der in Thessaloniki lehrende Psychologe war am 8. Juli - also einen Tag nach der Wahl - in Stuttgart und stellte auf einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung seine Sicht der Dinge dar.

Die Niederlage Tsirpas und Syrizas sei nicht so deutlich ausgefallen, wie es alle Medien - in Griechenland und Deutschland - prophezeit hätten. Zusammengerechnet erreichten die Nea Demokratia (ND) mit der neu im Parlament vertretenen rechtsnationalistischen Elliniki Lysi knapp 44% der Wählerstimmen, die Mitte-Links-Parteien (Syriza, Sozialdemokraten, Kommunisten und Diem 25) bekamen dagegen zusammen über 48%. Nur das spezielle Wahlsystem Griechenlands, das der Mehrheitspartei zusätzlich 50 Parlamentssitze überlässt, hat der ND zur absoluten Mehrheit verholfen - nicht die Mehrheit der Wähler. Außerdem, so Marvakis, hätten Jüngere und Arbeitslose mehrheitlich für Syriza gestimmt. Mit ihren Prognosen seien die Printmedien und der Privatfunk in Griechenland dem Wunschdenken als der Realität gefolgt. Deren Hass auf Tsipras rühre vor allem daher, dass Syriza die Besitzer der Kommerziellen Rundfunksender dazu verdonnert hatten, endlich Steuern zu zahlen. Jahrzehntelang hätten die Kommerzfunker in Griechenland ohne jegliche Lizenz gesendet, das wollte Tsipras ändern.  

Erleichtert äußerte sich Marvakis, dass die Nazi Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) den Einzug in das Parlament - wenn auch nur knapp - verfehlt hat. Derzeit gehen die Prozesse gegen die Führung der Partei wegen diverser Verbrechen dem Ende entgegen. Da die angeklagten Parlamentarier nicht mehr über die Immunität verfügen könnten und auch die Mittel vom Parlament wegfallen, bringe die Neonazis und die ihrer Abgeordneten-Immunität verloren gegangenen Angeklagten jezt in Schwierigkeiten. Das Geld für die Prozessführung versiegt. Die Nea Demokratia habe mit ihren knapp 40% Wählerstimmen Konservative und Rechte wieder auf sich vereinen können. Das werde aber sicherlich noch interne Probleme zwischen den Flügeln mit sich bringen, meint der Professor aus Thessaloniki. Auf der anderen Seite hätten auch viele Autonome und Anarchisten Syriza gewählt - als kleineres Übel. Sie fürchten unter der neuen Regierung für die Polizei und Sicherheitskräfte einen Freibrief für Angriffe. «Das Bipolare System in Griechenland hat sich erneuert, Rechte gingen zur ND, Linke haben sich aber nicht der Pasok-Nachfolgepartei zugewandt, sondern sind bei Syriza geblieben», sagt Marvakis. Dabei sei die Pasok-Nachfolgepartei letztlich froh darüber, dass die ND keinen Koalitionspartner brauche, dass hätte für die Rest-Sozialisten sicherlich zu einer Zerreisprobe geführt.

Was bedeutet das Ergebnis für die Linke in Griechenland? Trotz Wahlpflicht - die die Hellenen ignorieren - sei die Wahlenthaltung gestiegen. «Andere kandidierende linke Parteien waren absolut Chancenlos und landeten im Null-Komma-Bereich und die Kommunisten kamen auf ihr übliches Ergebnis um 5%», konstatiert Marvakis. Neu im Parlament sei die Gruppe Diem 25 mit dem ehemaligen Syriza-Finanzminister Yanis Varoufakis, um den sich Linke, Liberale, aber auch Antikommunisten geschart hätten.

Warum hat Syriza verloren? Nicht zuletzt auch weil sie keine einheitliche Partei sei und Strukturen entwickelt habe, kritisiert Marvakis. «Syriza ist entstanden als Sammelsurium aus 18 verschiedenen linken Sekten». Daher habe sie sich letztlich zum Tsipras-Wahlverein entwickelt. Gleichzeitig habe die Regierung durchaus etwas für die Ärmsten getan, zwei Millionen Menschen hätten eine Gesundheitsversicherung erhalten.

Zum Thema Flüchtlinge meinte Marvakis kritisch: «Griechenland verdient daran», mittlerweile gebe es Pushbacks an der Landgrenze zur Türkei, die von paramilitärischen Gruppen durchgeführt würden. Hier zeige sich auch in Griechenland der 'Tiefe Staat', damit bezeichnet man die Verquickung staatlicher Organe mit antidemokratischen rechten Organisationen, die geheim arbeiten. Gleichzeitig habe schon die Syriza Regierungen Flüchtlinge aus der Türkei unterschiedlich behandelt, Anhänger der Gülen-Bewegung seien deutlich besser behandelt worden, als etwa verfolgte Kurden oder Linke

Für Marvakis ist klar: In Griechenland herrschen immer noch die Familienclans - Mitsotakis (ND) oder Papandreu (Pasok). Es sei Tsipras in der kurzen Regierungszeit nur nicht gelungen, ein ähnliches System herauszubilden. Dabei habe sich Syriza zunehmend dem angenähert, im Gegensatz zu ND oder Pasok habe sie aber nicht genügend Posten zu verteilen gehabt. Hat Syriza die Protestbewegungen domestiziert? Marvakis meint nein, diese hätten sich bereits vor dem EU-Kniefall Tsipras weitgehend aufgelöst. Es habe während der Regierungszeit keinen Druck von der Staße auf Tsipras gegeben. Syriza ihrerseits sei durch die Bewegungen an die Macht gekommen, habe aber keinen Kontakt zu ihnen gewollt. Trotzdem seien Freiräume entstanden, etwa für die Flüchtlings-Initiativen: «Man überlege nur, was unter einer konservativen Regierung an den Grenzen und in den Camps passiert wäre», gab Marvakis zu bedenken.

Griechenland sei ein sehr konservatives Land, das zeige die Macht, die die orthodoxe Kirche bis heute habe. Viele Griechen hofften auf einen starken Mann, der ihre Probleme löse. Parteiprogramme seien den Wählern egal - von ND bis Syriza. Die Selbstständigen hätten in der Schuldenkrise Syriza an die Macht gebracht, jetzt hätten diese traditionell wieder rechts gewählt. Tsipras habe den Fehler gemacht, mit einer Steuerreform die kleinen Unternehmen dazu zu zwingen, im Vorab für ein Jahr ihre Unternehmenssteuern entrichten zu müssen - dass habe ihn Stimmen gekostet.

Entgegen der Beschimpfungen der Medien, habe Tsipras beim Thema Nord-Mazedonien mehr herausgeholt, als alle Regierungen zuvor. «Der Deal ist aber ein Beispiel für griechischen Nationalismus - trotzdem ist diese Lösung besser als keine", betonte Marvakis. Griechenland geriere sich gegenüber den Nachbarländern als «lokaler Nationalist», zwinge ihnen seinen Willen auf.

Ob es einen neuen Aufschwung der außerparlamentarischen Bewegungen unter der ND-Regierung geben wird? «Das kann niemand sagen, aber dass ohne Bewegung sich nichts positiv entwickelt ist klar!»

Bericht und Foto: Philippe Ressing (https://medienfresser.blogspot.com)

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news-40373 Tue, 07 May 2019 14:12:10 +0200 «Linke Kommunalpolitik - Eine Einführung» http://bw.rosalux.de/news/id/40373/ Seminare am 08.06. (Reutlingen) und 15.06. (Esslingen) Samstag, 08.06.2019 | 10:30 - 16:30 Uhr | Wahlkreisbüro Jessica Tatti, Karlstr. 16, 72764 Reutlingen

Samstag, 15.06.2019 | 10:30 - 16:30 Uhr | Gewerkschaftshaus, Julius-Motteler-Str. 12, 73728 Esslingen

Im Seminar wollen wir und mit den rechtlichen und organisatorischen Grundlagen der Kommunalpolitik, insb. für die Arbeit im kommunalen Gremium, vertraut machen und uns Gedanken machen, was diese für unsere politischen Anliegen bedeuten. Es geht also auch um strategische Fragen der Kommunalpolitik und um die Frage, wie wir mit unseren Themen in die Presse und in die Öffentlichkeit kommen und was wir dazu über das Funktionieren des Lokaljournalismus wissen müssen.

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 15 Personen beschränkt. Es wird kein Teilnahmebeitrag erhoben. Getränke und Snacks werden gestellt. Beteiligung am Mittagessen auf Selbstkostenbasis.

Nähere Informationen zum Programm finden Sie hier.

Zum Anmeldeformular für das Seminar am 08.06. in Reutlingen hier.
Zum Anmeldeformular für das Seminar am 15.06. in Esslingen hier.

Beide Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Forum Linke Kommunalpolitik in Baden-Württemberg statt.

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news-40372 Tue, 07 May 2019 13:58:58 +0200 Linke Politikakademie http://bw.rosalux.de/news/id/40372/ Eine Seminarreihe der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg über Theorie und Praxis linker Politik WORUM GEHT ES?

Linke Politik will die Welt verändern. Dazu braucht sie Wissen über die Gesellschaft und über die Machtverhältnisse, die sie verändern will. Sie braucht Menschen, die sich vor Ort engagieren wollen und die bereit sind, sich mit anderen gemeinsam einzusetzen. Linke Politik braucht Menschen, die sich nicht abschrecken lassen von der Macht der Anderen und die Spaß daran haben, sich mit anderen zu vernetzen und zu organisieren.
Mit der Seminarreihe «Linke Politikakademie» wollen wir Menschen, die politisch aktiv sind oder es werden wollen, theoretische Denk- und praktische Handwerkzeuge vermitteln, um sie zu befähigen, zu Akteuren linker Politik vor Ort zu werden. Im Kurs wollen wir Grundfragen linker Politik, linker Geschichte, linker Theorie und linker Praxis diskutieren und auf aktuelle Auseinandersetzungen vor Ort anwenden.

Modul 1:
6. Juli 2019, 10:00 – 18:00 Uhr Stuttgart: «Geschichte und Gegenwart linker Politik»
In den Räumlichkeiten der Straßenzeitung Trott-war e.V.
Falkertstraße 56, 70176 Stuttgart


Um heute linke Politik zu gestalten, ist es wichtig die linke Geschichte in ihren Grundzügen zu kennen. Wir wollen uns im Seminar mit der Geschichte der Linken auseinandersetzen, um Schlussfolgerungen für heute zu ziehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte der Linken in den beiden deutschen Staaten nach 1945 sowohl in ihrer parteiförmigen Verfasstheit als auch in Form sozialer Bewegungen und Initiativen. Außerdem wollen wir uns im Seminar mit Grundzügen der Programmatik der Partei Die LINKE und mit der Geschichtsbetrachtung des historischen Materialismus beschäftigen.


Modul 2:
12. Oktober 2019, 10:00 – 18:00 Uhr, Mannheim: «Immer anders und trotzdem unverwüstlich? Wie funktioniert der Kapitalismus?»

In den Räumen der AWO-Mannheim
Murgstraße 3,
68167 Mannheim


Wir fangen grundlegend an: Wie funktioniert der Kapitalismus - und was wird darunter verstanden? Ist es ein Wirtschaftssystem oder betrifft er unser ganzes Leben, unseren Alltag? Was bedeutet «Ausbeutung» und wie verändern sich soziale Ungleichheit, Armut und Reichtum im Kapitalismus? Wann kann man von einer Krise sprechen? Der Kapitalismus bleibt nicht immer gleich, vor 50, 60, 120 Jahren war das Leben, die Geschlechterverhältnisse, die Arbeit – und die Hoffnung auf ein besseres Leben - anders als heute. Was hat sich überholt, was bleibt?

Modul 3:
9. November 2019, 10:00 – 18:00 Uhr, Karlsruhe: «Akteure und Strategien der gesellschaftlichen Veränderung: Die Gesellschaft verändern – wie und mit wem?»

Wahlkreisbüro Michel Brandt (mdB)
Schützenstrasse 46, 76137 Karlsruhe

Linke wollen die Gesellschaft verändern. Welche Strategien sind sinnvoll? In der Geschichte standen sich oft die Orientierung auf «Reform» oder «Revolution» gegenüber. Auch heute gibt es noch Diskussionen über einen notwendigen Bruch oder ein langsames Hinüberwachsen in eine bessere Gesellschaft. Sind die Gegensätze unüberbrückbar? Was muss also verändert werden, damit der Kapitalismus überwunden werden kann und was sind Schritte auf den Weg dahin? Mit dem Verständnis des Kapitalismus hängt auch zusammen, wem die Veränderung am ehesten zugetraut wird: Der Arbeiterklasse, den Ärmsten der Armen, einer «Volksfront»? Was bedeutet das heute? Wir befassen uns – neben anderen – mit den Ansätzen von Antonio Gramsci und Rosa Luxemburg, um Anregungen für eine heutige Politik zu gewinnen.

Modul 4:
18. Januar 2020, 10:00 – 18:00 Uhr, Freiburg: «Linke Politik ist international: Internationale Solidarität in Vergangenheit und Gegenwart»

Kreativpark Grünhof
Paul-Ehrlich-Str. 7, 79106 Freiburg

Probleme, Ideen und Konzepte linker Politik sind Antworten auf konkrete gesellschaftliche Bedingungen – vor Ort, in einem Land, in konkreten sozialen Auseinandersetzungen. Doch oft stellen sich Menschen an ganz unterschiedlichen Orten ähnliche Fragen. Der Kapitalismus funktioniert nicht überall gleich, doch die unterschiedlichen Formen sind miteinander verbunden. Und mit der Globalisierung und dem Versuch, bestimmte politische Konzepte weltweit zum Einsatz zu bringen, ähneln sich manche Probleme überraschend. Für eine Linke in der Tradition der Arbeiterbewegung ist linke Politik ohne Bezugnahme auf globale Macht- und Ungleichheitsverhältnis nicht denkbar. Ebenso wie der Kapitalismus ein globales «Weltsystem» ist, muss antikapitalistische Politik in ihren Analysen und Forderungen global denken. Die Forderung nach «internationaler Solidarität» ist ein entscheidender Bestandteil linker Politik. In Zeiten globaler Krisen und weltweiter Fluchtbewegungen gilt dies umso mehr.


TEILNEHMEN AN DER «LINKEN POLITIKAKADEMIE»
Die «Linke Politikakademie» richtet sich an Alle, die in Parteien, Initiativen, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen aktiv geworden sind und Interesse an linker Politik und verändernder Praxis vor Ort haben. Das Angebot ist als Veranstaltungsreihe konzipiert. Es können aber auch nur einzelne Seminare besucht werden. Am Kurs bzw. an jedem einzelnen Seminar können 20 Personen teilnehmen. Es wird kein Teilnahmebeitrag erhoben. Freiwillige Kostenbeteiligung durch Spenden erwünscht. Getränke und Snacks werden gestellt. Mittagessen vor Ort auf Selbstkostenbasis.
Meldet euch jetzt an für die Seminarreihe «Linke Politikakademie» oder für einzelne Seminare aus der Reihe!


WEITERE INFORMATIONEN SOWIE ANMELDUNGEN ELEKTRONISCH ODER PER POST AN:
Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg  / Alexander Schlager & Filippo Capezzone
Ludwigstr. 73A, 70176 Stuttgart, bawue@rosalux.org, Tel. 0711-99797090

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news-40332 Wed, 24 Apr 2019 10:06:23 +0200 Bildungsprogramm Mai-Juli 2019 http://bw.rosalux.de/news/id/40332/ Wir wünschen Ihnen eine interessante und anregende Lektüre unseres Bildungsprogramms Mai bis Juli 2019 und würden uns freuen, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.  

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