3. Februar 2020 Lesung/Gespräch «Die blaue Liste» – Hätte die Wiedervereinigung anders laufen können?

Lesung/Gespräch mit dem Bestseller-Autor Wolfgang Schorlau

Information

Veranstaltungsort

Alte PH Heidelberg, Aula
Keplerstraße 87
69120 Heidelberg

Zeit

03.02.2020, 18:00 - 20:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, 30 Jahre 89/90

Zugeordnete Dateien

«Die blaue Liste» – Hätte die Wiedervereinigung anders laufen können?
Wolfgang Schorlau © Timo Kabel

Der Bestseller-Autor Wolfgang Schorlau liest aus seinem Treuhand-Krimi «Die blaue Liste» und spricht mit Hasso Düvel (1991-2004 Bezirksleiter der IG Metall für Berlin-Brandenburg-Sachsen) über Gehörtes, Überhörtes, Unerhörtes und Erstaunliches zum Wirken der Treuhand-Anstalt in den «Neuen Bundesländern».
 
Er verknüpft Realität und Fiktion so geschickt wie kaum ein anderer. Aus diesem Grund erklimmen die Krimis von Wolfgang Schorlau um den Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler nicht nur regelmäßig die Bestsellerlisten, sondern rütteln auf und bringen Licht ins Dunkle. Sein erster Fall als Privatdetektiv verspricht leicht verdientes Geld für den Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler zu werden. «Es geht um meine Freundin», sagt der Anrufer. «Ihr Vater kam vor zwölf Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Merkwürdig ist nur, er rief sie vorher an und sagte, er habe die Maschine verpasst. Forschen Sie ein bisschen nach und schreiben Sie einen Bericht, damit sie wieder ruhig schlafen kann». Der Vermisste war Mitarbeiter der Treuhand und Verfasser der «Blauen Liste» – des Dokuments, das der Deutschen Vereinigung einen völlig anderen Weg wies ...
 
Hasso Düvel war als Bezirksleiter der IG Metall für Sachsen (1991-2004) sowie für Berlin und Brandenburg (1995-2004) auf Seiten der Arbeitnehmer unmittelbar in die Auseinandersetzungen um die Treuhand-Politik, um Betriebsschließungen und Arbeitsplatzabbau in den «Neuen Bundesländern» beteiligt. Er besitzt intime Kenntnisse der Vorgänge und kann ein detailreiches «Sittengemälde» der damaligen Zeit zeichnen.
 
Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den neun «Dengler»-Krimis hat er die Romane «Sommer am Bosporus» und «Rebellen» (allesamt Kiepenheuer&Witsch) veröffentlicht. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis, 2012 und 2014 mit dem Stuttgarter Krimipreis sowie 2019 mit dem Stuttgarter Ebner Stolz Wirtschaftskrimipreis ausgezeichnet.

Eintritt frei - Um Spenden wird gebeten


Die Lesung findet im Rahmen der Ausstellung «Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale» statt, die vom 13.01.-11.02.2020 an der PH Heidelberg (Hauptgang im EG), Keplerstr. 87, 69120 Heidelberg gezeigt wird. Die Ausstellung kann werktags von 07:00-20:00 Uhr im Hauptgang im Erdgeschoß der PH Heidelberg besichtigt werden.

Ausstellungseröffnung am 13. Januar 2020, 18:00 Uhr | Aula der PH Heidelberg (Keplerstr. 87)
-> mehr Infos

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat sich bewusst dafür entschieden, in der von ihr konzipierten Wanderausstellung «Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale» ostdeutsche Lebensgeschichten zu erzählen, die durch die Politik der Treuhand mit-bestimmt wurden - nicht, weil dies die einzige «richtige» Sicht auf die Geschichte (und Gegenwart) ist, sondern weil es eine Sicht ist, die medial und in der Öffentlichkeit oftmals unterbelichtet ist. Die Ausstellung fragt anhand der Biografien von Menschen aus 13 ausgewählten Branchen und Betrieben: Welche Auswirkungen hatte das Handeln der Treuhand auf ihr Leben? Wie verarbeiteten sie die biografischen Brüche von Arbeitslosigkeit und der Entwertung ihrer beruflichen Erfahrungen? Wie gingen sie mit den als «Schocktherapie» empfundenen wirtschaftlichen Veränderungen um?

Das Begleitbuch zur Ausstellung «Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale» mit den Erzählungen der Zeitzeug*innen erscheint parallel zur Ausstellung und ist dort kostenlos erhältlich.

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Die Ausstellung wird gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg - Fachbereich Geschichte gezeigt.

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Telefon: +49 711 99797090