23. Juli 2019 Diskussion/Vortrag Erinnern um zu Vergessen

Erinnerungskultur zwischen Aufarbeitung und Instrumentalisierung

Information

Veranstaltungsort

Uni Freiburg, Peterhof, Raum 2
Niemensstr. 10
79098 Freiburg

Zeit

23.07.2019, 20:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Erinnerungspolitik / Antifaschismus

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Mit Larissa Schober (Redakteurin iz3w)

Erinnerungskultur hat Hochkonjunktur – Kulturwissenschaftler*innen diagnostizieren seit den 1990er Jahren einen sogenannten «Memory Boom». Damit einher geht auch eine kritischere Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Das hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass «Erinnern» häufig als etwas per se Positives verstanden wird. Doch hier ist ein kritischer Blick angebracht. In Freiburg hat zuletzt die Debatte um den Gedenkbrunnen auf dem Platz der alten Synagoge gezeigt, welche Fallstricke auch eine gute gemeinte Erinnerungskultur mit sich bringt.

Auch im Zuge dieser Debatte kamen Fragen auf, die sich im Umgang mit der Vergangenheit stets stellen, die aber häufig nicht explizit artikuliert werden: Was genau bedeutet Erinnern eigentlich? Wer erinnert was und zu welchem Zweck? Und was wird bewusst «vergessen»? Mit der Planung eines NS-Dokumentationszentrum in Freiburg sollten diese Fragen unbedingt gestellt werden.

Der Vortrag führt daher in theoretische Aspekte der Erinnerungsforschung ein, die für die Praxis relevant sind. Es wird unter anderem darum gehen, welche Funktion kollektive Erinnerung für ganze Gesellschaften, aber auch für einzelne Opfergruppen hat, wie Vergangenheitsvermittlung didaktisch funktioniert und wo Probleme liegen – von der Reproduktion von Täter*innenblicken bis hin zur Instrumentalisierung von Gedenken. Auf dieser Basis werden an konkreten Beispielen – vom Platz der alten Synagoge bis zum Holocaust Museum in Washington – gelungene und weniger gelungene Erinnerungsorte diskutiert.

Larissa Schober ist Redakteurin im iz3w und hat zu Erinnerungsarbeit in Post-Konflikt-Gesellschaften geforscht.

Eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Club Freiburg

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Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Telefon: 0711 99797090