Nachricht | «Spurwechsel» Gerechte Mobilität und alternative Produktion

Veranstaltungsreihe zu sozial-ökologischen Mobilitätswende statt Tagung

Aktueller Hinweis:  Angesichts der Corona-bedingten Einschränkungen für Veranstaltungen, werden wir die ursprünglich am 2. und 3. Oktober 2020 in Stuttgart geplante Tagung unter dem Titel «Spurwechsel - Gerechte Mobilität und alternative Produktion» in eine Veranstaltungsreihe umwandeln, die zum Teil online stattfindet und zum Teil aus dezentralen kleineren Veranstaltungen bestehen wird - einige davon auch in Baden-Württemberg/Stuttgart. Dies ist einerseits bedauerlich, andererseits werden wir in den Online-Formaten auch besser in der Lage sein, internationale Aspekte und internationale Diskussionspartner*innen einzubeziehen.

Nähere Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie demnächst auf dieser Seite.


Die Klimabewegung um Fridays for Future macht deutlich: Radikale Maßnahmen zum Klimaschutz sind unumgänglich. Dabei gerät besonders der Verkehr in den Blick, der in Deutschland ein Fünftel des CO2-Ausstoßes ausmacht. Andererseits sind viele Mobilitätsbedürfnisse unzureichend erfüllt: Wer Auto fährt, steht Stunden im Stau, der öffentliche Nahverkehr ist überlastet, unterfinanziert, oft nicht barrierefrei, im ländlichen Raum ausgedünnt. Die Beschäftigten sind meist schlecht bezahlt, dieTickets zu teuer. Städtischer Raum wird von Autos beansprucht, Fußgänger- und Radfahrer*innen haben das Nachsehen.

Die Alternative ist nicht einfach mehr Mobilität, sondern bessere: Viele wollen nicht zwangsweise ständig mobil sein, sondern bessere Möglichkeiten haben, um sich ihren Bedürfnissen entsprechend fortzubewegen. Wie sieht gerechte Mobilität für alle mit weniger Verkehr aus? Welche Projekte und Ansätze einer öffentlichen und nachhaltigen Mobilität gibt es? Welche Technologien und Infrastrukturen sind nötig? Wie lassen sich gerechte Übergänge gestalten – auch für Beschäftigte der Autoindustrie?  Wie lassen sich Mehrheiten dafür gewinnen?

Auf dem Feld der Mobilität werden zentrale gesellschaftliche Konflikte ausgetragen. Die Transformation der Autoindustrie ist im vollen Gange, Rationalisierung und Digitalisierung führen zu Arbeitsplatzabbau. Nun kommt die E-Mobilität hinzu. Jenseits einer Antriebswende wird aber von Konversion kaum gesprochen. Dabei braucht eine Mobilitätswende, die auf öffentlichen Verkehr setzt, alternative Produktion jenseits des Autos und ist somit eine Chance zu Sicherung und Aufbau von Beschäftigung. Hier stellen sich Fragen gerechter Übergänge, erweiterter Mitbestimmung, der Investitions- und Innovationslenkung, des Eigentums, kurz: der Wirtschaftsdemokratie.

Es geht um viel: ein nie dagewesenes Investitionspaket in öffentliche, und nachhaltige Infrastruktur, die Mobilität für alle flächendeckend sichert und gleichzeitig gute Arbeit in Industrie und Dienstleistungen schafft, muss durchgesetzt werden. Doch um wirkmächtig zu werden, müssen sich die Akteure zusammen tun. Mit einer Vielzahl von Gästen aus Arbeiter*innen- und Umweltbewegung wollen wir gemeinsame Strategien entwickeln.