Beschreibung
Wie in ganz Deutschland stehen auch in Baden-Württemberg die Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt im Zentrum gesellschaftlicher Debatten. Die Preise für Mieten und Wohnen sind in den letzten Jahren stark gestiegen, bezahlbarer Wohnraum wird knapper und der Zugang zu Wohnen ungleicher. Das Pestel-Institut hat 2024 für das Bundesland Baden-Württemberg den bundesweit größten Fehlbestand von Sozialwohnungen berechnet - über 200.000 Sozialwohnungen fehlen im Südwesten.
Doch obwohl das Wohnen seit einiger Zeit in Politik und Medien als eine zentrale „soziale Frage unserer Zeit“ bezeichnet wird, gelingt es der staatlichen Politik bisher nicht, die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt umzukehren. Zwischen der medialen Aufmerksamkeit und den Ankündigungen von Politiker\*innen auf der einen und den spürbaren Folgen einer Wohnungsnot auf der anderen Seite klafft eine große Lücke.
Die Humangeografin Dr. Johanna Betz hat die Struktur des Wohnungsmarktes und die Landespolitik im Südwesten im Rahmen einer Studie im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg untersucht und gibt Einblicke in ihre Forschung. Ihre Ergebnisse lauten: Der Mangel an bezahlbaren Wohnraum ist nach wie vor groß und die entsprechenden landespolitischen Maßnahmen können ihre Ziele bisher nicht erreichen. Was es braucht, ist eine verbesserte Förderung, die ihren Adressaten auch wirklich erreicht, stärkere politische Unterstützung von Kommunen und gemeinwohlorientierten Akteuren und eine koordinierte Initiative über alle politischen Entscheidungsebenen hinweg, um der Wohnungskrise zu begegnen.
Im Anschluss an den Vortrag von Johanna Betz kommentieren Vertreter*innen des Wohnraumbündnisses und der Genossenschaft Neustart: solidarisch leben + Wohnen eG aus ihrer Perspektive und es besteht die Möglichkeit zur gemeinsamen Diskussion.
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