10. November 2020 Diskussion/Vortrag Der Kampf um ein Lieferkettengesetz - die Verantwortung von Politik & Konzernen

Diskussion & Film

Information

Veranstaltungsort

Café Haag / Kino ATELIER
Vor dem Haagtor 1
72070 Tübingen

Zeit

10.11.2020, 18:30 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Soziale Bewegungen / Organisierung, Globalisierung, Wirtschafts- / Sozialpolitik

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Es ist ein offenes Geheimnis, dass deutsche Unternehmen von Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer globalen Lieferketten profitieren. In nahezu jeder Tafel Schokolade steckt Kinderarbeit. Jedes Auto enthält Rohstoffe, die durch die Verletzung von Arbeitsrechten abgebaut wurden. Medienaufschreie nach Konzernverbrechen wie dem Brand einer Zulieferfabrik des Textilherstellers KiK in Pakistan sowie der steigende Druck aus Zivilgesellschaft und progressiver Opposition haben die Debatte um verbindliche menschenrechtliche Pflichten für Unternehmen entlang ihrer globalen Lieferketten vorangetrieben. Arbeitsminister Heil und Entwicklungsminister Müller haben inzwischen ein solches Gesetz in Aussicht gestellt. Wirtschaftsminister Altmaier und die Konzernlobby versuchen es jedoch weiterhin aufzuhalten oder zumindest zu verwässern. Wie ein wirksames Lieferkettengesetz aussehen muss, welche Fallstricke zu beachten sind und ab wann ein wirkungsloser Papiertiger zu erwarten ist, möchten wir mit euch diskutieren.

18:30 Uhr - Diskussion: «Der Kampf um ein Lieferkettengesetz - die Verantwortung von Politik & Konzernen» mit

  • Thomas Seibert (medico international)
  • Hanna Smitmans (Geschäftsführerin & Koordinatorin des Bündnisses FAIRstrickt – wer bezahlt den Preis der Mode?)
  • Michel Brandt (MdB Die LINKE)
  • Moderation: Marie-Sophie Keller (Wissenschaftliche Mitarbeiter bei MdB Michel Brandt)

20:15 Uhr - Film: «Discount Workers». Von: Christopher Patz, Ammar Aziz | Deutschland, Pakistan | 2020 | 70 min | OmdU

Vor acht Jahren, am 12. September 2012 brach in einer Kellerwerkstatt in Karachi, Pakistan, in der Kleidung für einen deutschen Textildiscounter hergestellt wurde, ein Feuer aus. 258 Menschen wurden in den Ruinen der abgebrannten Werkstatt begraben.

Sie können nie sicher sein, ob Ihre Kleidung in einem dunklen fensterlosen Keller von jemandem genäht wurde, der ohne Pausen und unter elenden Bedingungen arbeitet. An solchen Orten achtet niemand auf Sicherheitsbestimmungen, so dass selbst ein kleiner Unfall zu einer Tragödie werden kann. Der Weg zur Bestrafung der Schuldigen und zur Wiedergutmachung ist schwierig und zieht sich über Jahre hin. Der Film verfolgt die anhaltenden Bemühungen eines Elternteils des Opfers, nicht nur Gerechtigkeit für seinen Sohn zu erlangen, sondern auch würdige Bedingungen für Tausende anderer Arbeiter in Fabriken, die billige Mode herstellen, herzustellen. Werden sie den Gerichtsprozess gewinnen? Wie können die Endkunden, wie können wir hier vor Ort zu Veränderungen beitragen?

Der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung geförderte Film feierte Ende September beim Human Rights Film Festival Berlin Premiere. Weitere Informationen zum Film finden Sie hier.

Eintritt frei!

Anmeldung
für die Diskussion an bawue@rosalux.org oder über den Anmeldebutton «Jetzt anmelden» auf dieser Website rechts oben.

Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg, Michel Brandt - MdB Die LINKE, Bündnis «FAIRstrickt – wer bezahlt den Preis der Mode?»

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Telefon: +49 711 99797090