Beschreibung
"Glück und Freiheit werden durch Konsum erreicht"
"Harte Arbeit führt automatisch zu Erfolg"
"Der Kapitalismus ist die einzige denkbare Gesellschaftsform"
"Loyalität zum Nationalstaat ist selbstverständliche Pflicht"
Diese Glaubenssätze sind so tief in der Gesellschaft verankert, dass sie von den meisten als „natürlich“ oder „selbstverständlich“ akzeptiert werden. All das ist Teil dessen, was Antonio Gramsci (1891-1937) als Hegemonie beschrieben hat: Kapitalistische Herrschaft basiert nicht allein auf Gewalt, sondern auf der aktiven Zustimmung zu den unterdrückerischen Verhältnissen. Diese wird durch die Vermittlung kapitalistischer Werte über Schule, Medien, Kultur und Alltag ständig reproduziert. Und so werden die Interessen der Herrschenden zu scheinbaren Allgemeininteressen.
Wenn wir diese Verhältnisse verändern wollen, reicht Kritik allein nicht aus. Es braucht den Kampf um die Herzen und Köpfe – um den Alltagsverstand – der Menschen. Es geht um den Aufbau von Gegenmacht. Und dafür müssen wir „dort kämpfen, wo das Leben ist!“
Doch was steckt hinter diesem Aufruf, hinter „Alltagsverstand“, „Gegenmacht“ und vor allem: Was sind die theoretischen Grundlagen von „Hegemonie“? Auf diese und weitere Fragen wird Orhan Sat in der Veranstaltung eingehen. Gemeinsam wollen wir diskutieren, was dies für eine heutige linke Praxis bedeuten kann – wie konkret Gegenmacht im Alltag aufgebaut werden kann und wie dies mit dem „dort kämpfen, wo das Leben ist“-Aufruf zum revolutionären 1. Mai zusammenhängt.
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